Frettchen sind kleine verspielte und neugierige Kobolde.
So schön diese Eigenschaft auch meistens ist, ergeben sich im Haushalt dadurch einige Gefahrenquellen die wir hier kurz beschreiben wollen.

Wir möchten hier keinen medizinischen Grundkurs zur ersten Hilfe abhalten.
Es soll auch keine Behandlungsmethoden vorgeben,
dafür ist der unerlässliche Besuch bei einem Frettchenerfahrenen Tierarzt notwendig!
Dieser sollte natürlich VOR dem Eintreten eines Notfalles bekannt sein!

Die wichtigste Maßnahme zur ersten Hilfe ist die Vorbeugung und die Vermeidung von Gefahren!

Im privaten Haushalt lauern mehr Gefahren
als man im ersten Moment denken würde,
Waschmaschinen, Bettkästen, Truhen, Wassereimer usw. sind beliebte Plätze für ein Nickerchen oder zum spielen.
Vor der Benutzung von Maschinen kontrollieren ob kein Frettchen sich dort "versteckt".
Lieber dreimal kontrollieren und Tiere zählen, nachdem die Maschine geschlossen ist und bevor sie eingeschaltet wird!

Einklemmen in angekippten Fenstern, Türen welche durch einen Windzug zuschlagen stellen Gefahrenquellen dar und sollten unbedingt verschlossen oder gesichert werden.

Verletzte oder eingeklemmte Tiere sind in Panik, aggressiv, haben Angst und können deshalb schmerzhaft zubeißen.
Zur eigenen Sicherheit und um dem Tierchen nicht noch mehr weh zu tun, ist es am besten, das Tier mit einem Handtuch ruhig aber beherzt zu greifen.

Nicht zu unterschätzen ist der Mensch als Gefahrenquelle.
Schnell ist es passiert, dass man einen Schritt macht und unbeabsichtigt einen der kleinen Kobolde auf die Pfötchen getreten hat.
Achten Sie daher immer wo Sie hintreten; besonders zahme Frettchen laufen ihren Menschen oft hinterher!

Putzmittel und ähnliche Substanzen gehören auf einen Schank oder am besten weggeschlossen. Durch die Neugier kann es hier sehr leicht zu Vergiftungen kommen!

Kunststoffbeutel/Tragetaschen aus Plastik sind auch eine nicht zu unterschätzende Gefahr, denn hier droht die Gefahr des Erstickens!

Kerzen sind auch ein beliebtes Ziel der Neugierde!
Bis das Frettchen die Hitze bemerkt kann es schon zu spät sein!
Genauso Herdplatten oder Bügeleisen.
Denn Frettchen sind kleine Kletter- und Sprungkünstler, auch wenn sie es nicht immer zeigen!



Fremdkörper im Magen/Darm

Gummi, Ohrstöpsel, Plastikteile oder andere unverdauliche Kleinteile sind sehr beliebte Spielzeuge bei den kleinen Kobolden.
Wenn diese jedoch Darm landen, können zu einem Darmverschluss führen,
der einen OP nach sich führt und nicht selten tödlich endet.
Die Symptome davon sind winzige Mengen schleimigen Kots („Bleistiftminenkot“), Erbrechen und Untertemperatur.


Verletzungen

Bei größeren Verletzungen nie Watte oder Mull direkt auf die Haut,
sondern am besten etwas Betaisodona-Lösung aufträufeln.
Dann das Tierchen zum Tierarzt bringen!
Starke Blutungen können mit sterilen Kompressen und einer Mullbinde etwas eingedämmt werden, bis man den Tierarzt erreicht.


Verbrennungen:

Sofort mit kaltem Wasser oder Eiswürfel eine Zeit lang kühlen.


Vergiftungen

SOFORT mit dem Frettchen zum Tierarzt!
Möglichst dabei das betreffende Mittel mitnehmen als Hilfe um die richtige Behandlung zu finden


Verdauungsprobleme

Einmal Erbrechen, einmal Durchfall ist kein Problem, solange das Frettchen sich normal verhält.
Es sollte ggf. gut beobachtet werden. Hört das Verdauungsproblem nicht innerhalb max. 24 Stunden auf,
oder tritt es immer wieder einmal auf, dann muss das Tier zum Tierarzt!
Bei Erbrechen und Absatz von nur winzigen Mengen an Kot liegt der Verdacht auf einen Fremdkörper sehr nahe, siehe Darmverschluss.
Übelkeit und Appetitlosigkeit äußern sich oft durch Kratzen am Maul.
Vorsicht!!!: Frettchen trocknen sehr schnell aus, es ist deshalb völlig falsch, bei Durchfall das Futter zu entziehen.
Danach kann dann eine mit Babybrei „Menü“ angereicherte Elektrolytlösung ca. alle zwei Std. mit einer Einwegspritze eingegeben werden.
Tiere, die nicht gefressen haben, ihr Futter verweigern, bekommen wässrigen, oft grünlichen Durchfall!!!
Und ein Frettchen was nicht trinkt, frisst auch nicht!


Hitzschlag

Frettchen können nicht schwitzen und sind sehr empfindlich gegen hohe Temperaturen.
Häufiges Hecheln, apathisches Verhalten und rote, trockene Schleimhäute können Symptome einer Überhitzung sein.
Wenn dieses der Fall ist, sollte man das Frettchen sofort in eine kühlere Umgebung bringen.
Ganz langsam und vorsichtig sollte man sein Tier mit den Hinterbeinen zuerst in eine Wanne mit nicht zu kaltem Wasser setzen.
Umgehend ist der Tierarzt aufzusuchen, denn ein Hitzschlag kann tödliche Folgen haben! Der Käfig darf auf keinen Fall in der prallen Sonne stehen.
Auch bei Außenhaltung auf dem Balkon oder Terrasse ist mit einer Markise äußerste Vorsicht durch einen möglichen Hitzestau geboten.
Am besten ist es, die Käfige an einem schattigen Platz aufzustellen.
Nasse Tücher helfen nicht zur Abkühlung, diese bringen nur eine schwülere Luft.
Zur Abkühlung empfiehlt sich eine Wanne mit kühlem Wasser, damit die Frettchen sich darin beim baden abkühlen können.


Unterkühlung

Eine Rotlichtlampe in sicherer Entfernung hilft am besten gegen Unterkühlung, ist jedoch nicht für den Transport geeignet.
Zum Transport das unterkühlte Tier auf
eine nicht zu heiße Wärmflasche legen und zudecken,
oder am besten dicht an den Körper unter die Jacke legen.


Kreislaufschwäche

Die Schleimhäute und die Nase sollen immer schön rosa gut durchblutet sein.
Werden sie dagegen blaß-blau, fahlgrau oder weißlich, muß der Tierarzt aufgesucht werden.
Genauso deutet eine bläuliche Zunge und ggf. kratzen am Mäulchen auf einen Fremdkörper hin, der die Atmung behindert!


Transport verletzter Tiere

Verletzten Tieren eine dicke, weiche Decke anbieten,
sie suchen sich meist selbst eine geeignete Position


Krallen schneiden

Wenn in das Leben der Kralle geschnitten wurde, einige Minuten mit dem Finger oder mit einem Tuch auf die blutende Kralle drücken (nicht ständig tupfen!).


Juckreiz

Kratzen sich Frettchen vermehrt, handelt es sich meist um
Ohrmilben, Flöhe oder Fellwechsel.
Bei Ohrmilbenbefall schießen sie meist aus ihrer Schlafbox,
kratzen sich ausgiebig und legen sich wieder schlafen.
Versuchen sie bei der Ohrreinigung mit der Hinterpfote mitzukratzen, liegt meist auch ein Ohrmilbenbefall vor.
Auch wenn keine Milben im Gehörgang sichtbar sind.
Ein Flohbefall wird meist nur an den Flohkotkrümeln in den Schlaftüchern erkannt(Rotfärbung beim ausschütteln über der Badewanne).


Verhaltensänderungen

des Frettchens sollten den Besitzer hellhörig machen, er sollte das Tierchen gut beobachten,
da in den meisten Fällen eine Erkrankung vorliegt. Z.B. Aggression gegen die Rudelmitglieder, Unwilligkeit gegen den Besitzer,
ungewöhnlicher Schlafplatz, vermehrtes Trinken, Absetzen nur winziger Kotmengen, ab und zu Durchfall.
Sehr junge und sehr alte Tiere können so tief schlafen, dass sie fast wie tot erscheinen, dann auf die Atmung achten und ggf. wie nach einer Narkose wachrubbeln.
Da Frettchen evtl. Krankheiten sehr lange verbergen können, müssen sie und ihr Verhalten sehr gut beobachtet werden, da selbst geringfügige!!
Abweichungen für eine Früherkennung ausschlaggebend sein können.
Für eine gute Beobachtung ist es wichtig, die Tiere öfters am Tag für längere Zeit „um sich herum zu haben“.


Fellwechsel

Bei extremem Fellwechsel geht das Fell büschelweise aus,
doch das neue Fell ist als Blaufärbung bereits wieder sichtbar
(keinen Schreck bekommen, die blau-schwarzen Pfoten und Ränder um die Augen sind keine Blutvergiftung)


Das Handling,

die Handhabung bei allen Maßnahmen wie Ohrreinigung, Krallenschneiden, Fiebermessen, Medikamenteneingabe oder Spritzen
muß mit sicherer Hand und guter Fixation ausgeführt werden. Zur Hilfestellung kann eine zweite Person zur Ablenkung Leckerbissen wie Vitaminpaste anbieten.


Das Frettchen ist entlaufen

An der Stelle, an der das Tier weggelaufen ist einen Kennel mit eigenen Tüchern aufstellen,
evtl. Kot von Rudelgenossen auslegen, mit Rudelgenossen dort spazieren gehen, um eine Spur zum Kennel zu legen.



Und generell sollte man immer eine „erste Hilfe Ausrüstung“ parat haben!
Sinnvoll darin sind:
Betaisodona Tropfen oder Salbe
Sterile Kompressen,
Mullbinden
Waschlappen
Aufbaufutter (z.B.Convalescence vom Tierarzt)
Einwegspritzen (10ml)
Digital thermometer
Kalt/Warmkompresse
Pinzette

Aber auch die beste Hausapotheke ersetzt NIEMALS den Gang zum Tierarzt!