Frettchen brauchen Frettchen!!!






Alles still.
Kein Laut ist zu hören - und das schon seit Stunden.
Aber nun wird sie nur noch weitere acht Stunden dauern, die Stille.
Wenigstens konnte ich noch bis vor kurzem deinen schwachen Geruch wahrnehmen. Doch der ist nun auch fort.
Ich werde versuchen diese langen Stunden zu schlafen. Denn ich habe Angst vor der Stille.
Es wird mir wieder nicht gelingen.
Doch wenn es mir gelingen würde, könnte ich mich in meine wenigen Erinnerungen retten.
Dort ist es warm und angenehme Geräusche umgeben mich.
Die ganze Zeit über spüre ich die Wärme und die Liebe, die mich umgibt. Eine Liebe so vollkommen und rein.
Die ganze Zeit spüre ich dieses angenehme Kribbeln im Bauch und die Zärtlichkeiten, die mir gegeben werden.
Meine Geschwister kuscheln sich an mich und wir halten uns warm.
Jetzt höre ich wieder die Stille. Nichts bewegt sich.
Keine Zärtlichkeit kein Kribbeln. Nur meine Hängematte, die so leblos und tot ist und viel zu groß.
So vergeht Stunde um Stunde und meine Angst vor der Stille wächst.
Die Spielzeuge auf dem Boden meiner Höhle sind schon lange nicht mehr interessant.
Den Rest der stillen Stunden verbringe ich damit zu fressen und zu versuchen in meine Erinnerungen zu flüchten.
Doch da, ein Geräusch.
In dieser Stille und Einsamkeit klingt es so laut wie ein Feuerwerk.
Mein Herz macht einen kleinen Sprung.
Du bist wieder da und kommst scheppernden Schrittes auf meine Höhle zu.
Ich bin glücklich, rüttle an meiner Tür voll Hoffnung, das es dann schneller geht.
Ich springe freudig umher und für einen Augenblick ist die Stille vergessen.
Ich versuche, Dir zu zeigen wie glücklich ich bin und hoffe das DU dann länger bleibst.
Doch es ist wie jeden Tag, du verstehst mich nicht und schon nach einem kurzen Moment ist meine Zeit mit Dir um.
DU kennst die Stille nicht. Doch für mich kommen jetzt wieder die stillen Stunden.
Die Zeit der Stille wird immer länger und unerträglicher.
Es gab mal Zeiten ohne Stille - aber diese Zeiten sind schon ewig vorbei.

Dein unglückliches Frettchen